Interview mit Lena


Im letzten Jahr hat eine Tageszeitung mit Lena als Schäferin ein Interview geführt und daraus einen netten Bericht geschrieben. Hier lesen sie die Kurzfassung. Viel Spaß !

Schäferin Lena

Wieso sind Sie Schäferin geworden?Ich wollte schon als kleines Mädchen Schäfer werden. Um möglichst viel über den Beruf zu erfahren, habe ich immer während der Schulferien in Schäfereien mitgearbeitet. Damit war klar, ich werde Schäferin.

Wie sieht die Ausbildung zum Schäfer aus und wo macht man diese?Die dreijährige Lehre absolviert man in einer Schäferei, die als Ausbildungsbetrieb von der Landwirtschaftskammer anerkannt ist. In der Ausbildung geht es neben der allgemeinen Schafhaltung auch um die Arbeit mit Hütehunden, Schafschur und Herdenmanagement.

Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?Im Augenblick ist Lammzeit, da kann es nur heißen „Schafe, Schafe, essen, schlafen, Schafe“
Außerhalb der Lammzeit ist „Schäfer sein“ kein 24 Stunden Job. In der Regel geht es darum, neue Weideflächen einzuzäunen, Herden umzuweiden und den Tierbestand zu kontrollieren.

Wie groß ist Ihre Schafherde?In diesem Jahr werden 700 Mutterschafe lammen. Nicht jedes Mutterschaf bekommt 2 Lämmchen, aber die meisten. Unsere Schafe kommen nur zu der Zeit auf unseren Hof, wenn sie ihre Lämmer zur Welt bringen, ansonsten sind sie das ganze Jahr über draußen auf den Deichen und auf den Weiden im Nationalpark Wattenmeer.

Wo kommen Sie her?Ich bin gebürtige Dithmarscherin und komme aus Marne.

Wie sieht Ihr Job speziell in der Schäferei Rolfs aus?Überwiegend werde ich hier als Schäferin eingesetzt. Neben der Arbeit an den Schafen bin ich zuständig für die Familienprogramme „Rund ums Schaf“ für unsere Feriengästen und den Familien, welche von außerhalb zu uns kommen. In unserer Erlebnisschäferei kann man vom Lämmerdiplom über Filzen mit Schafwolle bis zur Schäfersprechstunde vieles über Schafe erfahren. Durch meine Zusatzausbildung als Reitpädagogin arbeite ich auch in unserem Ponyreitprogramm für Kinder mit.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf besonders?Viel frische Luft und die abwechslungsreiche Tätigkeit hier in der Schäferei Rolfs.

Was war Ihr lustigstes Erlebnis als Schäferin?Meine netteste Geschichte dreht sich um ein Lämmchen während meiner Lehrzeit hier in der Schäferei. Zu klein und schwach um alleine an meinem Berufsschultag zu Hause zu bleiben, nahm ich es kurzerhand im Auto mit nach Meldorf. Hier sollte es im Auto auf mich warten und alle 2 Stunden seine Flaschenmilch bekommen. Unglücklich und alleine im Auto fing das Lämmchen furchtbar an zu schreien. Ein vorbeigehender Passant hielt das Schreien für Kinderweinen und verständigte das Schulbüro. Minuten später ertönte per Schullautsprecher die Ansage, man möge das Kind sofort aus dem Auto holen. Als das Lämmchen es dann in den Klassenraum geschafft hatte, wich es mir nicht mehr von der Seite und ich musste meinen Vortrag mit dem Lämmchen auf dem Arm halten. Obwohl es bei dem Vortrag um Weizen ging, erinnern sich alle nur an das Lämmchen.

Was mögen Sie an Dithmarschen am meisten?Die Nähe des Nationalparks Wattenmeer, die unvergleichlichen Regenbögen, das offene Land und den weiten Blick.

Wie ist Ihr Bezug zu den Tieren, können Sie eines vom anderen unterscheiden?Natürlich, jedes Schaf ist anders.

Wie viele Schäfer gibt es in Dithmarschen?Ausbildungsbetriebe gibt es vier, Betriebe die von der Schafhaltung leben, gibt es ein paar mehr, die einzige Schäferin bin allerdings ich.

Wie hat sich Ihr Beruf im Vergleich zu früher gewandelt?Natürlich ist auch bei uns die Zeit nicht stehen geblieben, aber im Grunde ist die Arbeit heute noch so wie vor 100 Jahren.