Entenschule – oder: Wer hat Vorfahrt im Garten?

von Petra Rolfs

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Solange die Laufente Schnattchen mit ihren sechs kleinen Küken auf dem Laufenten-Privatteich herumgepaddelt ist, war alles gut. Keiner der Feriengäste würde über den Zaun klettern, um ein paar Runden in dem Ententeich zu schwimmen, das ist relativ sicher.

Nun haben die kleinen Entchen Schnattchens Meinung nach aber genug gepaddelt und sollen die Füße auch mal zum Laufen benutzen, es sollen ja schließlich Laufenten werden. Und die Kleinen brauchen auch dringend eine Horizonterweiterung.

Also ist Schnattchen nun häufiger auf den Wegen des Hofs unterwegs. Und zwar ziemlich flott. Schnattchen ist eine Laufente und keine Schlenderente. Die kleinen Entchen haben Mühe, hinterherzukommen. Die Mutter darf auf keinen Fall verloren gehen!

Also rasen sie los unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln, um nur den Anschluss nicht zu verpassen.

Die Hofgäste, die solches Rauditum auf dem Hof nicht gewohnt sind, reagieren verunsichert bis ängstlich. Welches Verhalten ist das Richtige bei einer überfallartig auftretenden Kleinstentenschwemme? In die Büsche springen? Auf den Boden werfen?

Hier der Tipp für alle Fälle bei auf dem Hof umherrasenden Laufentenküken: Ruhe bewahren, locker stehen bleiben und zählen. Und zwar bis sechs. Bevor das sechste Küken nicht vorbeigejoggt ist, bitte nicht weitergehen. Die Küken haben bis auf Weiteres auf jeden Fall Vorfahrt.

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