Kranke Schafe?

von Petra Rolfs

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Im Augenblick haben wir ungefähr 1.800 Schafe auf den Deichen, im Naturschutzgebiet Speicherkoog und auf eigenen Kleegrasflächen und dener benachbarter Landwirte. Schafe werden allerdings – genauso wie wir Menschen – trotz immer gesunder Nordseeluft auch mal krank.

Sie können z.B. eine Virusinfektion bekommen, die zu Husten, Schnupfen oder Durchfall führt, oder auch mal alles zusammen. Das kennen die meisten Menschen ziemlich gut und wissen auch wie man sich dabei fühlt. Man ist schlapp, mag nichts essen und hat oft dabei Fieber.

Genauso können sie sich verletzen. Die Steinkante am Deich ist eine echte Schafklauenfalle und wenn man als Schaf versucht, hier irgendwelche Abenteuer für einen besonders leckeren Grashalm zu bestehen, kann man sich auch ganz übel den Fuß verstauchen, die Klauen verletzen und schlimmstenfalls das Bein brechen.

Die Bisse freilaufender Hunde, in denen der Wolf wieder durchkommt, führen zu schweren Entzündungen die – nicht entdeckt unter der Wolle – ganz schlecht heilen.

Was passiert also, wenn ein Schaf krank ist? Täglich werden unsere Tiere kontrolliert. Kranke Tiere erkennt das geschulte Auge meistens sofort.

Schätzen wir die Verletzung als gut heilbar ein, lassen wir das Tier in der Herde. Stellen Sie sich vor, Sie sind krank und man nimmt Sie aus Ihrer gewohnten Umgebung, trennt Sie von Ihren Freunden und macht noch eine kleine Tour mit Ihnen! Der Stress, den dies alles verursacht, ist für die Gesundung nicht unbedingt vorteilhaft.

Ist ein Tier so krank, dass wir ihm auf der Fläche nicht helfen können, kommt es mit nach Hause. Hier gibt es unsere Rote-Kreuz-Sanitätsstation. Eine ruhig gelegene Ecke des Hofes ist diesen Tieren vorbehalten.

Hier gibt es das beste Heu, ein bisschen Kraftfutter, damit man wieder auf die Klauen kommt, medizinische Behandlung und vor allem viel Ruhe. Die Wunden müssen gespült, Klauen behandelt und Medikamente verabreicht werden.

Mal haben wir mehrere Patienten und dann tagelang keinen. Meistens ist man nur kurz zu Gast auf der Station und kann dann zurück zu seinen Freunden in die Herde.

Manchmal stirbt auch ein Tier und wir konnten ihm nicht helfen – alles wie im Leben von Menschen auch.

Was dann der große Unterschied zwischen uns und den Tieren ist? Eigentlich nur der, dass wir uns unglaubliche Sorgen machen um alles Mögliche, was in der Zukunft noch alles passieren könnte.

Schafe nehmen alles mit entspannter Gelassenheit, davon ausgehend, dass bestimmt alles wieder besser wird. Es ist einfach, wie es ist. Wir könnten viel von ihnen lernen…

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