… und so ging es weiter!

von Petra Rolfs

20160225_142454_resizedAm Donnerstag ging es dann „in die Vollen“. Den schweren Rotwein am Abend zuvor hatte ich mir gespart und lieber eine leichte Weißweinschorle getrunken. Schließlich mussten am nächsten Tag alle Handwerker koordiniert und ein großes Stück in Richtung Zielpunkt „Freitagmittag“ gegangen werden: Die Anreise der Gäste für ein unbeschwertes Urlaubs-Wochenende.

Irgendwie fühlte es sich die ganze Zeit so an als ob wir noch einen Tag mehr haben. Unter uns – den hätten wir auch gut gebrauchen können. Der „fehlende“ Tag war wahrscheinlich der, an dem wir alle im Betonnebel standen und keiner was gesehen hat. Da wurde die Erinnerung einfach gelöscht. Fakt: Heute war schon Donnerstag.20160225_144820_resized

Jeder, der noch was zu tun hatte, befand sich nun auf der Baustelle. Gut, dass wir ein bisschen größer gebaut haben, denn so fand jeder sein Arbeits-Plätzchen: Hinter und unter dem Tresen lag der Klempner, der Elektriker kämpfte sich durch den Kabelsalat und setzte alles unter Strom, nebenan wurde der Anschluss vom Neubau zum Cafe gefliest, die eine Wand noch gespachtelt und der Tresen verkleidet. Im Anbau kämpfte die Küche-Crew um Arbeitsfähigkeit. Schließlich war für Freitagabend das erste große Buffet vorzubereiten und auf dem neuen Tresen aufzubauen. Wo steht Freitag was und hinter welcher Tür befindet es sich gerade?

Triumphierend kam auch noch der Schornsteinfeger mit dem richtigen Anschlussstück für den neuen Ofen „um die Ecke“ und machte mit dem Einheizen des neuen Ofens die ganze Bude „blau“. Es war zeitweilig auch besser, dass man nicht alles sah, was noch zu tun ist. Und auch die üblichen Zweifler hatten kurze Auftritte. „Wie das soll morgen fertig sein?“ So nahm der Tag Geschwindigkeit auf. Eigentlich ging wenig schief oder es wurde eine gute und vor allem schnelle Lösung gefunden.20160225_185646_resized

Meine Handwerker leisteten großartiges in unglaubliche Geschwindigkeit. Es wurde kein Mittag gemacht und die „Berliner“ am Nachmittag mit einem Kaffee teilweise hinterm Schrank oder auf der Leiter stehend kurz runter gespült. Alle machten einfach immer weiter und weiter und weiter …

Gegen Nachmittag ging dann das große Aufräumen los. Die Baustelle wurde geräumt und unsere Mädels fingen an sauber zu machen. Es war nicht das erste Mal auf dieser Baustelle aber alle hofften, dass es das letzte Mal ist. Routiniert ging es vom Groben bis zum Feinschliff. Gegen Abend brannte inzwischen der Ofen ohne Augenbrennen, der Tresen war fast eingeräumt, alle Maschinen liefen und das Café war als ein solches zu erkennen. Wir waren noch nicht fertig aber wir würden am anderen Tag wieder funktionieren.

Dunkel und ziemlich spät krochen wir alle von der Baustelle. Am anderen Tag sollten nur die Möbel aufgestellt, Lampen aufgehängt und das Café dekoriert werden – fertig!

Nachts träumte ich, dass ein Gast Betonstaub in seinem Kaffee reklamiert: Beim Trinken hätte es geknirscht. Wir kannten inzwischen alle den Geschmack von der Baustelle!
20160226_122102_resizedFreitag. Die Lehmputzwand trocknet – trotz Ofen – nicht so schnell wie sie sollte. Die Lampen werden aufgehängt. Der Hausmeister klebt wie Spidermann unter der Decke, um alles zu elektrifizieren. Frau Sasse sucht immer noch wichtige kaffee-technische Dinge und bereitet das Abendbrot in der schon sauberen Küche zu. Die letzte Deko wird an den Platz gebracht und die ersten Gäste stehen schon vor der Tür. Etwas früher angereist, weil das Wetter so gut ist.

Ab jetzt heißt es: Baustelle fertig – nun ist Määäh-Wochenende! Und die Frage von Gästen, die am letzten Wochenende schon waren und jetzt alles verändert vor finden: „Sagen Sie – wann haben Sie denn in der letzten Woche geschlafen?“, beantworten wir mit dem Satz: „Wir schlafen nur am Monatsende.“ Gut, dass der Februar zu Ende ist!

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