Wie unsere Ferienwohnungen zu ihren Namen kamen

von Petra Rolfs

schaeferei-reiterei-rolfs-ferienwohnungen-namen

Als wir Anfang 2012 zusätzlich zu unserem Witthof den Hof Ohl Lühr übernahmen, gab es einige Probleme zu lösen. Eins davon hieß: Wie sollen unsere Ferienwohnungen denn heißen?

Bisher waren unsere Ferienwohnungen einfach durchnummeriert. Die auf dem Hof Ohl Lühr auch. Was bedeutete: Zwar waren die Wohnungen sehr unterschiedlich, nicht aber ihre Bezeichnungen, denn wir hatten von jeder Wohnungsnummer nun derer zwei.

Wir lieben es zwar, unseren Gästen ab und zu Rätsel aufzugeben, aber ihr Ferienzuhause sollten sie schon auf Anhieb finden dürfen, ohne zuvor versehentlich in die Familienidylle anderer Gäste hereinzuplatzen.

Und auch die Mitarbeiter sollen doch bitte auch weiterhin sofort wissen, wo sie hin müssen. Es mussten also neue Namen her. Einfach neu durchzunummerieren, erschien uns zu banal.

Also haben wir überlegt und überlegt, Vorschläge gesammelt und wieder verworfen. Und langsam rannte uns die Zeit davon.

Doch dann machte es auf einmal ‚klick‘ und die Lösung war da. Und sie war so naheliegend:

Früher, als mein Schwiegervater 1963 zusammen mit seiner Frau Ilse den Witthof hier in Dithmarschen kaufte, wurde Landwirtschaft noch auf vielen kleinteiligen Flächen betrieben, die gepachtet oder Eigentum waren. Mit Pferden als Zugtiere konnte man diese kleinen Flächen gut bearbeiten. Um die verschiedenen Flächen besser unterscheiden zu können, gab man ihnen Namen.

Als dann Maschinen in der Landwirtschaft eingesetzt wurden, brauchte man größere zusammenhängende Flächen. Deshalb wurden die kleinen Einzelabschnitte zusammengelegt und ihre Namen gerieten fast in Vergessenheit.

Allerdings nur fast, denn in den alten Papieren und den Köpfen unser Männer, die auf ihnen gewirtschaftet hatten, existieren sie noch.

Die Namen der früheren kleinen Flächen waren: Flahde, Hanshorn, Nicolaihörn, Schaar, Mitteldeich, Wersen, Marrmitten, Alter Seedeich, Holm, Hönkendrän, Südermeeden, Volkerswurth, Brekskrug, Hafenkoog ,Greth, Speicherkoog , Kurzen Hemm, Langer Hemm, Sommerdeich, Stewel.

Und mit jeder Fläche verbinden die Landwirte ganz spezielle Erinnerungen: Auf dem Mitteldeich steht auch heute noch das Korn am besten, im Brekskrug geht das Wasser immer zuletzt und die dicksten Kartoffeln wachsen auf Marrmitten.

Es wäre doch schade, wenn diese Erinnerungen zusammen mit den aufgegebenen Namen in Vergessenheit geraten. Sie sind ein wichtiger Teil der Dithmarscher Geschichte.

Und so halten wir die Flächenbezeichnungen lebendig – auf hübschen Namensschildern an den Ferienwohnungen. Und unsere Gäste helfen mit, denn sie nutzen die neuen alten Namen schon bei der Buchung ihres Urlaubs bei uns.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.