Fohlen-Geburten auf dem Hof Ohl Lühr!

von Petra Rolfs

Immer wieder ein kleines Wunder: Fohlen-Geburten !

Nach vielen Jahren war es in diesem Jahr wieder einmal so weit: Auf unserem Reiterbetrieb Hof Ohl Lühr kamen Fohlen auf die Welt. Jahrelang hatten unsere Ponys jedes Jahr gefohlt. Viele Pony-Verwandtschaften sind unseren Gästen bekannt: Rasmus ist der Sohn von Ronja, Grisu ist der Vater von Knöpfchen, Fanny und Felix sind Geschwister und so weiter und so weiter. Doch in den letzten Jahren hatten wir keine Ponyhengste mehr auf dem Hof. Diese machen aufgrund der etwas anstrengenden Hormonlage gelegentlich ein bisschen Ärger: Denn wenn Hengste eine rossige Stute riechen wird der Zaun ihrer Weide schon mal von ihnen auf Haltbarkeit und Sicherheit überprüft. Es gab viele Nächte in denen wir im Halbdunkeln auf den Weiden aufräumen musste, weil der Hengst „mal kurz“ einen Besuch unternahm und „etwas“ in Unordnung geriet. Dies gehört schon lange nicht mehr zu den nächtlichen Aktivitäten auf unserem Hof. Und wir vermissen es nicht ;)

Der einzige, der sein Unwesen außerhalb der eingezäunten Weiden treiben darf, ist unser Shetty Hansi. Er ist allerdings „nur“ ein Wallach und damit nicht in der Lage für Nachwuchs zu sorgen. Das ist auch gut so, denn bei seinem Radius gäbe es auch bei den großen „Holsteiner Damen“ mittlerweile schon lauter kleine Hansis.
Da alle hier geborenen Ponyfohlen auf dem Hof bleiben und alt werden dürfen, haben wir einfach aufgehört wunderbare Ponykinder zu bekommen: wir können sie sonst nicht alle behalten. Irgendwann hat man für einen gewissen Zeitraum einfach genug und alle Lebenszeit-Plätze sind vergeben. Und da uns und unseren Gästen immer das Herz bricht wenn einer gehen muss versuchen wir es einfach seit vielen Jahren zu vermeiden.

Doch nun haben wir trotzdem wieder Nachwuchs! Unsere Tochter Linn bildet als Berufsreiterin Pferde für den großen Springsport aus. Das bedeutet auch, wenn die Pferde ihre Ausbildung abgeschlossen haben und erfolgreich sind, sie uns in die weite Welt verlassen. Für die Ausbildung braucht man junge Pferde, die man am besten selber auf zieht, um sie schon von Anfang begleiten zu können. Das macht die Ausbildung um vieles leichter.

Doch das Ganze läuft weniger romantisch ab: Man sucht die besten Stuten besonders guter Springlinien aus, entscheidet sich für den passenden leistungsstarken Vater und hofft darauf, dass das Fohlen später einmal genau das Pferd wird, das man sich vorgestellt hat. Keine große Pferdeliebe oder so. Die meisten Väter kommen in Form von Tiefgefriersperma in einem Behälter mit Trockeneis auf dem Hof. Dafür machen diese Hengste aber auch keinen Stress, weil gerade „mal wieder“ die Hormone durchgehen, springen nicht über Zäune und Heckentore und werden auch nicht zickig, wenn man meint das wäre nicht die passende Partnerin.

Das Wunder der Geburt ist aber trotzdem das gleiche: Nächtelang Wache schieben, Live-Übertragung via Funk vom Stall bis ins Schlafzimmer, ständig alles beobachten. Nichts darf schief gehen. Alles hält die Luft an. Und die bange Frage: wird alles gut gehen? Geburten sind immer noch das größte Wunder, das die Natur uns schenkt. Und alle stehen später sprachlos vor diesem kleinen Wesen mit den langen Beinen.

Einige unserer Gäste konnten in diesem Jahr unmittelbar bei den Geburten dabei sein. Was für unvergessliches Erlebnis. Eine neue hoffnungsvolle Generation ist auf die Welt gekommen. Vielleicht können Sie irgendwann einmal die neu geborenen „Superstars“ im Fernsehen betrachten, wie sie Großes vollbringen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg den wir gerne zusammen mit ihnen gehen. Und dann werden auch Tränen fließen, wenn sie uns verlassen und in die Welt hinaus ziehen.

Kommentare sind geschlossen.