Kategorie-Archiv für Hofcafe

Bauernhofcafe in der Nähe von Büsum

von Petra Rolfs

Gemütlich Kaffee trinken im BauernhofCafe der Schäferei Rolfs in der Nähe von BüsumJetzt beginnt sie – die gemütlichste Zeit des Jahres!

Wir sind noch ein richtiger produzierender landwirtschaftlicher Betrieb mit einem Bauernhofcafe in der Nähe von Büsum.

Wenn es im Bauernhofcafe in der Schäferei Rolfs in Büsumer Deichhausen knistert und knastert, wohlig nach Holz riecht und draußen das Wetter mal wieder ein bisschen mehr „Nordsee“ ist als in den letzten Wochen – dann beginnt sie: die gemütlichste Zeit des Jahres. Und wenn Sie das genauso sehen, dann sind Sie bei uns goldrichtig! Denn SIE können nämlich ganz schnell unser wichtigster Gast werden.

Wie geht das? Es beginnt damit, dass Sie bei der Tortenbestellung am Tresen u.U. gefragt werden, wo Sie sitzen werden. Ihre Antwort entscheidet nun über den weiteren Verlauf. Denn wenn Sie in einem unserer schönen Wintergärten sitzen, könnte ein kleiner aber super verantwortungsvoller Nebenjob auf Sie zukommen.

Warum? Wir kümmern uns darum, dass niemand verhungert und Sie tragen nun kurzzeitig die Verantwortung, dass niemand friert.

In unserem Bauernhofcafe in der Nähe von Büsum wird besonders geheizt …

In unseren Wintergärten genießen wir in der kühleren Jahreszeit die unvergleichliche Wärme von zwei schönen unverwechselbaren Feueröfen der Firma Bullerjan. Viele unserer Gäste stehen vor ihnen, wenn sie die Wintergärten nach einem schönen Spaziergang an der klaren Nordseeluft betreten, strecken die kalten Finger aus und spüren mit jeder Pore des Körpers ihre wunderbare Wärme.

Und was hat das nun mit Ihnen als wichtigstem Gast zu tun?

Sie erhalten am Tresen eine Eieruhr. Sobald diese klingelt öffnen Sie die Tür des Bullerjahns, stecken zwei Stücke Holz Ihrer Wahl, die neben dem Ofen bereit gestellt sind, in die Öffnung und schließen die Türe wieder feste zu.

Dann kommt das Entscheidende :

  • 1. die Eieruhr wieder auf 20 Minuten stellen
  • 2. einen neuen vertrauenswürdigen Gast suchen
  • 3. die Eieruhr und unser kleines Begleitschreiben übergeben.

Falls kein Gast Ihren zu Recht hohen Ansprüchen gerecht werden sollte, geben Sie die Eieruhr einfach dem Personal unseres Bauernhofcafes zurück.

Das gute Gefühl, eine Weile der wichtigste Gast im Wintergarten gewesen zu sein, ist nachhaltig und darf mit nach Hause genommen werden. Versprochen!

Veröffentlicht unter

Der NDR war da! Hinter-den-Kulissen-Bericht

von Petra Rolfs

Schäferei Rolfs in NDR-MeinNachmittag am 30.09.2016

…ein „Hinter-den-Kulissen-Bericht“.

An einem wunderschönen Septembernachmittag klingelt zwischen diversen Telefonanrufen „mal wieder“ das Handy und dieses Mal ist es weder eine Reservierung für das Café noch eine Rückfrage zu einer Ferienwohnung. Die Aufnahmeleitung des NDR ist dran.

„Hallo. Sind Sie Frau Rolfs – die Chefin des Cafés? Wir würden gerne unsere Nachmittags-Sendung in Ihrem Café aufzeichnen. Mittlerweile haben wir so viele Briefe von unseren Zuschauern, dass wir Sie mal besuchen sollen und dass wir eigentlich nicht mehr an Ihnen vorbeikommen. Sie müssen ja wirklich einen tollen Betrieb haben.“ – PAUSE …

Ein bisschen geschmeichelt denke ich natürlich nicht ganz zu Ende … und sage „Na klar –  wann möchten Sie denn kommen?“ „Ach, wenn das bei Ihnen passt sind wir am nächsten Freitag schon da.“ „Ähhhhh…“ „…und übrigens – kennen Sie unsere Sendung? Das Ganze ist immer live.“

Das ist der Augenblick, in dem mir fast der Hörer aus der Hand fällt. „Sollte ich noch was wissen?“ frage ich kleinlaut. „Ja, Sie backen zusammen mit unserem Reporter einen Kuchen und unsere Zuschauer brauchen dann das Rezept. Das ist schon alles!“

Ich versuche noch einzuwenden, dass ich schon lange nicht mehr selber backe und ganz zauberhafte Konditoren habe, die die tollsten Dinge veranstalten. Keine Chance. Das Sendeformat ist „Backen mit dem Geschäftsinhaber“ und nebenbei gibt es eine kurzweilige Plauderei über den Betrieb. Da gibt es nichts zu rütteln. Zu spät da muss ich nun durch.

Nun gilt es Grundlagenrecherche zu betreiben: Ich schaue mir Sven Tietzer, „meinen“ Reporter in der Sendung und mir aus originellen Abendprogrammen bekannt, und das Sendeformat in der NDR Mediathek an und stelle fest: die Authentizität liegt in seiner unschlagbaren Spontanität. Es fängt mich an zu Gruseln. Da kann man in einer Livesendung ganz schön doof da stehen denke ich …

Zwei Tage später ruft die Aufnahmeleitung nochmals an und bespricht kurz den Ablauf, erwähnt, dass der Aufnahmewagen „ein bisschen“ Strom braucht und sie einfach am Freitag da sind. Ach … und wir wären ja auch eine Schäferei, ob vielleicht noch jemand ein bisschen was über Schafe erzählen könnte. Es gäbe doch sicher etwas, was die Zuschauer interessant finden. Also – ganz unkompliziert! :)… und ob ich ein noch ein bisschen Werbung machen könnte, denn sie hätten ganz oft Betriebe, in denen zum Aufnahmezeitpunkt fast kein Publikum wäre …und das sieht dann immer so komisch aus …

Ich werfe ein, dass ich große Sorge hätte, dass das Kamerateam und die Assistenz nicht mehr in den Laden passen, wenn ich auf Facebook oder der Dithmarscher Zeitung schreibe, dass wir den NDR erwarten. Verwirrung … diesmal bei der Aufnahmeleitung:„Äh … wo ist Ihr Café gleich noch mal? In Büsumer Deichhausen?“

Freitag, der 30. September 2016, 9.30 Uhr. Das erste Kamerateam sitzt im Café und draußen gießt es in Strömen. Das Wetterradar verspricht einen wettermäßig „nordseetypischen Nachmittag“ zwischen den Schauern. Maas, mein Sohn, der Schäfermeister, nutzt die Chance mit dem Kamerateam einen „Schaf-Porno auf dem Deich“ kindgerecht aufzuarbeiten, um diesen im Nachmittagsprogramm des NDR zu platzieren. Die Idee von „schwarzen Balken“ kommt auf … aber es geht dann doch ohne. Und am Ende ist es durchaus unterhaltsam anzusehen ;).

Währenddessen wird das Café unter Strom gesetzt. Zwei Kamerateams und ein Aufnahmewagen werden mit Kabeln an unsere größten Stromquellen gehängt. Hätten wir an diesem Tag die große Kartoffeln-Sortiermaschine gebraucht, wären die Lichter in Deichhausen ausgegangen. Eine zweite Leitung muss durch Fensteröffnungen und Türspalten gelegt werden. Die darf aber im Bild nicht zu sehen sein … Eine sportliche Herausforderung. Die Küche wird zum „Trimm-Dich-Pfad“.

Sven Tietzer geht mit mir den groben Ablauf durch. Ich merke – dass ist nur der grobe Ablauf. Der Rest wird freihändig improvisiert. Tolle Aussichten. Meine Frage an die Aufnahmeleitung, was ich denn mit meinen Händen machen sollte, wenn wir nicht irgendwas machen wird mit dem Satz beantwortet: „Am besten nicht wild rumwedeln.“ AHA. Im Vorabendprogramm hatte ich mal einen „Wetterfrosch“ gesehen der so mit den Armen schwenkte, dass man sich gar nicht mehr auf das Wetter konzentrieren konnte … Das wollte ich natürlich tunlichst vermeiden.

Ich frage nach dem „ Photoshopfilter für besseres Aussehen“ … dies wird nur belächelt. „Seien Sie einfach authentisch!“ Wieder AHA. Für einen Laien alles gar nicht so einfach. Das Mikrofon hinter meinem Ohr lässt mich nicht die Haare hinter die Ohren streichen. Ich habe immer die Haare hinter den Ohren. Wie soll ich mich da wohlfühlen??? Marion, meine Dekofachfrau, erkläre ich zu meiner persönlichen Assistenz. Sie muss schauen, dass die Bluse und die Schürze immer richtig sitzen – es scheint zu klappen.

Noch drei Minuten… noch zwei Minuten… noch eine Minute… wir starren auf einen klitzekleinen Monitor und hören die Anmoderation aus dem Studio… noch 10 Sekunden. Mein Gehirn scheint sich in Watte zu verwandeln. Ich weiß, dass sich meine ganze Familie vor dem Fernsehen versammelt und unsere gute Fee Frau Sasse sich ins Auto verdrückt hat, um auf dem Handy das Ganze live zu verfolgen. Selbstzweifel überfallen mich, wer kam bloß auf die blöde Idee, Ja zu sagen …

„Konzentrieren Sie sich nur auf mich und schauen Sie nicht in die Kamera“ sagt Sven mit dem ich mich inzwischen Duze noch zu mir, „…und bleiben Sie immer dicht bei mir.“ Gut gesagt!

…und dann sind wir auf Sendung! Alles klappt, ich versabble mich nicht wirklich, hab auf alles eine kurzweilige Antwort, stehe nur einmal total falsch vor der Kamera und verliere trotz hoher Geschwindigkeit nicht den Anschluss an Sven. Was wirklich nicht immer leicht ist…

Total geschafft und platt … aber glücklich. Am Abend schauen wir nochmal „in Familie“ die Aufzeichnung an und stellen fest, dass wir uns ganz wacker geschlagen haben. Mein Sohn und ich. Der Rest war immer schneller weg als der Schall, wenn die Kamera um die Ecke kam …

Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass ich live nicht so oft brauche. Das kostet doch mehr Kraft als man sich vorher vorstellt. Nachts träume ich noch – trotz eines guten Weißweins – dass ich es total vergeigt hätte und nun in Zukunft im Edeka nur mit Sonnenbrille einkaufen könnte, weil jeder denkt – „Ehhh … das ist doch die, die bei der Live- Sendung so mit den Armen gewedelt hat.“ :)

Veröffentlicht unter

2016 – Neue Hofauffahrt fertig!

von Petra Rolfs

Kies im Haufen Immer wenn es ein bisschen still in unserem Blog „Deichnachrichten“ wird und wir „weniger als sonst“ aus unserem Alltag berichten, wird hinter den Kulissen „mehr als sonst“ gearbeitet. So war es auch in den letzten Wochen.

Nachdem wir im Winter die erste Bauphase „Neue Küche und Wintergarten“ zum Saisonanfang abgeschlossen hatten, ging die zweite Bauphase „Neue Hoffauffahrt“ erst so richtig los.

 

„… und warum haben sie das nicht schon viel früher gemacht?“ fragt mich der nette ältere Herr im Café. Ich sitze gerade an diesem Freitagnachmittag vor dem langen Pfingstwochenende etwas geschafft und atemlos in einem der neuen Stühle des gerade mal nicht voll besetzten Kaffeegartens, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und bewundere das fertige Gesamtwerk.  „Ja“ sage ich , „ganz ehrlich, es war ein Haufen Arbeit bis hier her und wir hätten es einfach nicht schneller schaffen können“. Der Herr meint noch, dass das doch gar nicht so schwierig sein könne. Ich widerspreche ihm nicht und lasse die Baumaßnahmen noch einmal kurz Revue passieren.

 

Vor drei Jahren konnten wir das Haus hinter der Reitbahn erwerben. Damit wurde es erst möglich, eine neue Anfahrt zum Hof zu planen. Ämter, Kreise, Gemeinden und Nachbarn wollten gehört und gefragt werden. Ein Haufen Genehmigungen wurden eingeholt und zwischendurch hieß es immer wieder warten … Doch dann ging es los!

 

Zunächst wurde die kleine Straße Richtung „Warwerort“ in der Kurve verbreitert. Schließlich muss nun der komplette Verkehr hier lang.

 

20160428_100427_resized_1Dann musste eine 250 Meter lange Auffahrt über den hinteren Teil der Weide bis zum Hof geführt werden. Diese sollte so befestigt sein, dass nicht nur unsere Café-Gäste sondern auch unsere großen landwirtschaftlichen Fahrzeuge, LKWs der Zulieferer oder die Abholungen der Saatkartoffeln des Landwirtschaftlichen Betriebes diesen Weg benutzen konnten. Wer jemals in der Marsch Wege gebaut hat weiß oder ahnt, dass der Untergrund sehr solide befestigt sein muss. Sonst geht spätestens im Herbst / Winter nichts mehr. Alles versinkt im Schlamm.

 

Für die 50 Parkplätze galten die gleichen Vorgaben. Riesige Erdhügel und Befestigungs-Material ließen im letzten Sommer den Gerüchten freien Lauf, dass hinter der Reitbahn eine Lagerstätte für ein großes Deichbauprojekt sei. Auf den Parkplätzen wurden als oberste Schicht „Rasengittersteine“ verlegt. In die Zwischenräume kam Mutterboden und Gras-Saat, damit der Bereich später auch ein bisschen grün aussieht und nicht wie der Marktplatz in Heide … Insider wissen, was ich meine J

 

Da wir nun eine Straße quer über die Weide gebaut hatten, war hier ein neuer solider 500 Meter langer Holzzaun fällig. Aber das nur am Rande …

 

Ein ins Leben gerufener „Bau-Außenposten“ auf Hof Ohl Lühr stellte im Heulager derweil 30 gemütliche Holzsessel für den Außenbereich des Cafés fertig und zweigte gleich für den Springplatz auf Hof Ohl Lühr ein paar ab.

 

Der Weg neben der Café-Reitbahn wurde verbreitert, gepflastert und für alle Wetterlagen begehbar gemacht. Anschließend stellten wir vor dem Wintergarten ein wunderschönes Weide-Hoftor aus Holz auf und die neue Holzaußenfassade wurde originell dekoriert.Deko an Außenfassade

 

Der letzte LkW kam am Freitag pünktlich um 8 Uhr morgens mit 25 Tonnen Kieselsteinen, die auf 450qm verteilt und auseinander geschaufelt werden mussten. Nachdem die neuen Sessel und Tische im fast fertigen Kaffeegarten aufgebaut waren, war es geschafft.

 

Jetzt kommen noch Kleinigkeiten: Z.B. wurden kurzfristig zusätzliche Parkschilder besorgt, denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Wenn man so fährt „wie immer“ und nicht auf die Parkplatz-Schilder schaut landet man sehr schnell woanders und sicher nicht auf unserem neuen Parkplatz J. Aber unsere treuen Kunden werden sich schnell an die neue Situation gewöhnen und das gefahrlose Ein- und Ausparken zu schätzen wissen. Und nein – auch wenn ich es schon anders gehört habe –  der Weg vom neuen Parkplatz ist nicht länger als der vom alten Parkplatz. (Ich weiß es genau, denn ich habe die Steine, die vom Parkplatz zum Café verbaut wurden, errechnet und bezahlt J)

 

Alles, was jetzt noch fehlt, kommt in nächster Zeit. Ein bisschen Beschilderung, die Go-Cartbahn für die Kinder, die hintere Hofeinfahrt und natürlich unsere „richtige“ Deko für den Kaffeegarten. Ach ja – Wolldecken und Sonnenschirme stehen auch noch auf der Liste. Die ersten Gäste fragten schon: am Freitag nach Sonnenschirmen, am Samstag nach Decken…

 

HoftorSeit Freitag 12 Uhr ist der zweite Bauabschnitt fertig und wir können aus vollem Herzen sagen „GESCHAFFT“. Es war dringend nötig, denn die alte Einfahrt hatte so ihre Tücken. Auch wenn wir 18 Jahre unfallfrei geblieben sind – trotz vieler Kleinkinder oder anderen Lebewesen wie z.B. unserer Hofkatze Herrn Pelzmann. Er hat mit seiner besonderen Art sich einfach irgendwo in die Sonne zu legen und zu schlafen, gerne mal den sonntäglichen Verkehrskollaps bei den abfahrenden Autofahrern ausgelöst. Nur beherztes Eingreifen aus den Reihen der Gäste oder Mitarbeiter konnte schlimmeres verhindern. Es gab ein paar Lackkratzer an parkenden Autos von Go-Cart fahrenden Kindern und ein Mini Go-Cart (ohne Kind!!) wurde beim Ausparken platt gefahren – aber sonst ist nichts passiert. Ein kleines Wunder und ein großes DANKESCHÖN an alle Teckerfahrer, Lieferanten, Cafébesucher mit Auto und Eltern, die gut aufgepasst haben.

 

Jetzt kann der Fahrzeugpark gefahrlos aufgestockt werden und wir freuen uns auf eine schöne unfallfreie Saison J.

Veröffentlicht unter

Winter 2015/2016 Anbau – Wir schaffen das!

von Petra Rolfs

 

Es ist kein Geheimnis – seit ein paar Wochen werkeln wir wieder. Dieses Mal an unserem neuen Anbau für das Café sowie der Küchenerweiterung. Und da wir immer wieder zwischendurch Gäste haben, geht das Abschnittsweise voran. Und wie? Montagmorgen wird angefangen und ab Donnerstagmittag sauber gemacht, damit das Cafe am Wochenende wieder rund laufen kann. Natürlich war alles anders geplant. In den Betriebsferien vor Weihnachten sollten die Durchbrüche und großen Arbeiten stattfinden und in den Wochen danach – jeweils von Montag bis Freitag – die kleineren kosmetischen Arbeiten. Aber die Statiker und alle anderen wichtigen Ämter hatten noch durchaus berechtigte Wünsche so dass sich die Baumaßnahmen ein bisschen nach hinten verschoben haben.

Nun hatten wir in den letzten Tagen den umfangreichsten Teil vor uns, der leider auch nur in einem „Hauruck“ durchzuführen ist. Aber lesen Sie selbst …

Es geht los. Am Sonntag spätabends sind die letzten Gäste nach einem tollen Mäh-Wochenende abgereist und die letzten Café-Gäste haben ihren Wochenendausflug bei Kaffee und Kuchen genossen. Nach so einem Wochenende machen wir gerne montags ein bisschen langsamer, weil alle die vergangenen drei Tage ihr ganzes Herzblut in die Versorgung der Gäste und die momentane Lammzeit gesteckt haben. Nicht so am diesem Montagmorgen.

Unser Wintergarten Es ist noch dunkel draußen: Alles was Beine hat und tragen kann schleppt aus dem Café raus, was nicht niet- und nagelfest ist und versucht Dinge hinter Türen zu stellen, die man schließen und – ganz wichtig – abkleben kann. Das sind leider nicht ganz so viele, wie wir es uns in diesem Augenblick wünschen. Die neue Luft- und Leichtigkeit, die unser Cafe nach dem Umbau umgeben soll, hat so ihren Preis z.B. weniger Türen. Man kann sich gar nicht vorstellen, was alles in einem Café, in der Küche oder den Regalen und Ecken rumsteht. Und die schon aufgebaute Osterdeko wird schön mit Planen eingeklebt und sorgfältig abgedeckt.

Schlag 12 Uhr rückt eine Truppe mit Presslufthammer und schweren Gerät an. Meine Annahme, man würde mit Absauggeräten beim Durchbruch arbeiten, bestätigt sich leider nicht, da die Stahlbetonfundamente des alten Stalles schweres Gerät erfordern. AHA. Wieder was gelernt. Über Stunden versinkt das Café in einer Schicht aus Betonstaub, Lärm und Schutt …

Gegen Nachmittag erblickt man an den großen Fenstern im neuen Anbau wieder etwas Tageslicht. Die anwesenden Mitarbeiter sehen aus, wie nach einem Erdbeben und fühlen sich auch so. Wenn man ihnen durch die Haare fährt, bleiben diese einfach so stehen. Und abends werden die Schlämme fast meinen Abfluss verstopfen. Aber das nur am Rande …

Langsam senkt sich eine 2cm dicke Staubschicht auf alles was sich in dem Raum befindet. Meine Vorstellungskraft über das Ausmaß dieses Eingriffes hat bis dato nicht ausgereicht. Und ich habe wirklich sehr viel Fantasie…
Abends schreibe ich allen Mitarbeitern, die heute nicht da waren, eine WhatsApp Nachricht, um sie auf den nächsten Tag vorzubereiten. In dieser steht der Tagesablauf so ähnlich wie oben erzählt und ich bitte darum, morgen beim Erscheinen nicht irgendetwas wie „Oh Gott“ oder „Ach du große Sch…“ zu sagen. Es ist nur positives Feedback erwünscht z.B.: „Oh so weit seid Ihr schon“.

Sie versprechen abends noch zu üben, damit es auch glaubwürdig und flüssig rüberkommt. Marion, die die Dekoabteilung unter sich hat, schreibt noch, ihr Mann wäre gerade vorbei gejoggt, das Licht wäre aus gewesen und es hätte ganz friedlich ausgesehen.

Dienstag. Schutt schaufeln – Staub wischen kann man das nicht nennen. Wir saugen mit zwei Baustaubsaugern Schneisen und Laufwege in das Café. Die Tischlerin kommt um den „Zauberschrank“ einzubauen (lassen Sie sich überraschen ;) und fragt unvorbereitet, wann wir wieder eröffnen wollen. Ich sage Freitag. Sie darauf: „Aber sicher nicht diesen!“. Ich hätte ihr auch eine WhatsApp-Nachricht schicken sollen.

Durchbruch fast fertig.Der Bautrupp fängt an ein bisschen Feinschliff in den groben Abriss zu bringen…
Mittwoch. Die Jungs, die den Gasanschluss umlegen müssen, kommen mit einem Minibagger und wühlen vor dem Eingang einen Graben, der schon zur echten Falle für Katzen und Gäste werden könnte. Schauen wir mal. Im Anschluss tragen alle, die durch den Eingang kommen, große Mengen Matschboden an den Schuhen, der sich im Café mit dem Betonstaub mischt. Es bildet sich eine Masse, die man sicher in der Jahreszeitwerkstatt super zu Matschmonstern oder ähnlichen Figuren zusammenfügen könnte.

Weitere Handwerker tauchen auf: Vor meiner neuen Eingangstür, die seit Freitag eingebaut ist, stehen zwei Mitarbeiter des Herstellers mit den Händen in den Hosentaschen und finden meine dokumentierte Reklamation der Tür „mysteriös“. Die „Mysteriösität“ erschließt sich mir nicht: Die Tür geht einfach nicht zu. Für eine Haupteingangstür nicht unbedingt ideal. Sie versprechen früher oder später Abhilfe. Auf die Zeit kommt es gerade nicht an: Wer würde schon den Weg über Türme von Matschhaufen wählen. Zum jetzigen Zeitpunkt brauchen wir sie nicht einmal abzuschließen.

Der Großeinsatz beinhaltete noch ein paar kleinere Durchbrüche, die nachgearbeitet werden müssen. Dafür kommt eine „Lichtgestalt der Kernbohrung,“ die mit einem Staubsauger an dem Bohrgestänge (!!) auch in der Küche zwei große Runde Löcher durch die Wände bohrt. Hier sind Zu- und Abluft für die Küche geplant. Ich kann es kaum fassen, dass nur so wenig Staub und Dreck entsteht. Bewundernd stehe ich vor ihm bis er beim zweiten Loch zielsicher die Strom-Hauptleitung trifft und die Frage, ob jemand den Lichtschalter ausgemacht hat, sich damit erübrigt.

Tapfer streicht ein Mitarbeiter die Rückwand hinterm Tresen im Dunkeln weiter, da die Tresen-Installation nur vor der gestrichenen Wand erfolgen kann. Das soll sich, nachdem wir wieder Strom und Licht haben, als modernes Zebra-Streifenmuster herausstellen und wird gleich noch einmal überstrichen. Fazit: Gutes Licht wird beim Streichen nicht überbewertet.

Inzwischen nimmt der Tresen Formen an. Die unglaublich großen Platten bekommen einen Unterbau und alle Strom- und Abwasserleitungen müssen unter dem Tresen verlegt werden. Nachts war mir dann doch noch eingefallen, dass wir einen Abfluss für die Cappuccino Maschine vergessen hatten. Besser jetzt als später … 

Die komplette Jahreszeitenwerkstatt steht mit elektrifizierten Gurkengläsern voll. Das sind die Gläser, die wir vor Weihnachten gesammelt haben. Die Bretter von denen sie abgehängt werden, müssen von den Mitarbeitern gebeizt und mit Löchern versehen werden. Wir beschließen dieses Großprojekt der Tresenbeleuchtung auf nächste Woche zu verschieben und haben damit das Problem, dass nun keiner weiß, wo wir die ganzen Gurkengläser hinstellen sollen. Schließlich wird die Jahreszeitenwerkstatt am kommenden Wochenende gebraucht. Die Lösung: Jeder nimmt 10 Stück mit Nachhause und passt gut auf sie auf. Dann kann ja nichts passieren.

...da fehlt was ! Am Abend soll nun noch der neue Bullerjahn angeschlossen werden. Ich sehe mich in Gedanken in einem der schönen neuen Korbstühle vor dem prasselnden Feuer sitzen (nachdem sich der Rauch des Einbrennens verzogen hat) und mit einem Glas Rotwein auf den guten Verlauf der Baustelle anstoßen. Doch erstens kommt immer alles anders und zweitens als frau denkt. Ich hatte genau den gleichen Ofen bestellt wie den, den wir schon haben. Leider hat die Firma inzwischen aufgrund von veränderten zugelassenen Abgaswerten die Abluftrohre geändert. Damit passen unsere Anschluss-Stücke nicht mehr. Leider haben sie versäumt, mir dies mitzuteilen. Sie geben es zumindest zu. Ich traue mich heute Abend nicht mehr nach den Lieferzeiten der Rohre zu fragen. Wenn diese so lange sind wie die für den Ofen, sitzen wir Pfingsten noch mit den Terassenstrahlern im Wintergarten. Vielleicht jetzt doch ein Rotwein – aber auf dem Sofa.

Am Donnerstag ging es dann „in die Vollen“. Den schweren Rotwein am Abend zuvor hatte ich mir gespart und lieber eine leichte Weißweinschorle getrunken. Schließlich mussten am nächsten Tag alle Handwerker koordiniert und ein großes Stück in Richtung Zielpunkt „Freitagmittag“ gegangen werden: Die Anreise der Gäste für ein unbeschwertes Urlaubs-Wochenende.

Irgendwie fühlte es sich die ganze Zeit so an als ob wir noch einen Tag mehr haben. Unter uns – den hätten wir auch gut gebrauchen können. Der „fehlende“ Tag war wahrscheinlich der, an dem wir alle im Betonnebel standen und keiner was gesehen hat. Da wurde die Erinnerung einfach gelöscht. Fakt: Heute war schon Donnerstag.20160225_144820_resized

Jeder, der noch was zu tun hatte, befand sich nun auf der Baustelle. Gut, dass wir ein bisschen größer gebaut haben, denn so fand jeder sein Arbeits-Plätzchen: Hinter und unter dem Tresen lag der Klempner, der Elektriker kämpfte sich durch den Kabelsalat und setzte alles unter Strom, nebenan wurde der Anschluss vom Neubau zum Cafe gefliest, die eine Wand noch gespachtelt und der Tresen verkleidet. Im Anbau kämpfte die Küche-Crew um Arbeitsfähigkeit. Schließlich war für Freitagabend das erste große Buffet vorzubereiten und auf dem neuen Tresen aufzubauen. Wo steht Freitag was und hinter welcher Tür befindet es sich gerade?

Triumphierend kam auch noch der Schornsteinfeger mit dem richtigen Anschlussstück für den neuen Ofen „um die Ecke“ und machte mit dem Einheizen des neuen Ofens die ganze Bude „blau“. Es war zeitweilig auch besser, dass man nicht alles sah, was noch zu tun ist. Und auch die üblichen Zweifler hatten kurze Auftritte. „Wie das soll morgen fertig sein?“ So nahm der Tag Geschwindigkeit auf. Eigentlich ging wenig schief oder es wurde eine gute und vor allem schnelle Lösung gefunden.20160225_185646_resized

Meine Handwerker leisteten großartiges in unglaubliche Geschwindigkeit. Es wurde kein Mittag gemacht und die „Berliner“ am Nachmittag mit einem Kaffee teilweise hinterm Schrank oder auf der Leiter stehend kurz runter gespült. Alle machten einfach immer weiter und weiter und weiter …

Gegen Nachmittag ging dann das große Aufräumen los. Die Baustelle wurde geräumt und unsere Mädels fingen an sauber zu machen. Es war nicht das erste Mal auf dieser Baustelle aber alle hofften, dass es das letzte Mal ist. Routiniert ging es vom Groben bis zum Feinschliff. Gegen Abend brannte inzwischen der Ofen ohne Augenbrennen, der Tresen war fast eingeräumt, alle Maschinen liefen und das Café war als ein solches zu erkennen. Wir waren noch nicht fertig aber wir würden am anderen Tag wieder funktionieren.

Dunkel und ziemlich spät krochen wir alle von der Baustelle. Am anderen Tag sollten nur die Möbel aufgestellt, Lampen aufgehängt und das Café dekoriert werden – fertig!

Nachts träumte ich, dass ein Gast Betonstaub in seinem Kaffee reklamiert: Beim Trinken hätte es geknirscht. Wir kannten inzwischen alle den Geschmack von der Baustelle!
20160226_122102_resizedFreitag. Die Lehmputzwand trocknet – trotz Ofen – nicht so schnell wie sie sollte. Die Lampen werden aufgehängt. Der Hausmeister klebt wie Spidermann unter der Decke, um alles zu elektrifizieren. Frau Sasse sucht immer noch wichtige kaffee-technische Dinge und bereitet das Abendbrot in der schon sauberen Küche zu. Die letzte Deko wird an den Platz gebracht und die ersten Gäste stehen schon vor der Tür. Etwas früher angereist, weil das Wetter so gut ist.

Ab jetzt heißt es: Baustelle fertig – nun ist Määäh-Wochenende! Und die Frage von Gästen, die am letzten Wochenende schon waren und jetzt alles verändert vor finden: „Sagen Sie – wann haben Sie denn in der letzten Woche geschlafen?“, beantworten wir mit dem Satz: „Wir schlafen nur am Monatsende.“ Gut, dass der Februar zu Ende ist!

Veröffentlicht unter