Keine Ahnung von Pferden? Kein Problem beim Ponyreiten

Eine Mutter steht vor mir und sagt:

„Ich habe ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung von Pferden.“

Diesen Satz höre ich auf unserem Hof tatsächlich ziemlich oft. Meistens kommt er leise, fast ein bisschen entschuldigend.

Und wisst ihr was? Dann muss ich immer lächeln. Denn genau diese Eltern sind oft die beste Begleitung, die sich ein Kind wünschen kann – nicht, weil sie etwas über Pferde wissen, sondern weil sie für ihr Kind da sind.

Euer Kind braucht keinen Pferdeexperten. Es braucht euch.

Wenn Kinder etwas Neues erleben, schauen sie nicht als Erstes zum Reitlehrer. Sie schauen zu Mama, zu Papa, zu Oma oder Opa – sie suchen den Blick, der sagt: „Alles gut. Das schaffen wir gemeinsam.“

Mama begleitet ihr Kind beim Pony führen

Genau deshalb laufen bei uns die Eltern neben dem Pony her. Nicht, weil wir Hilfe beim Führen brauchen, sondern weil kein Mensch seinem Kind so viel Sicherheit geben kann wie die vertraute Hand, die es schon seit Jahren kennt.

Natürlich ist immer ein erfahrener Reitlehrer dabei. Wir erklären euch alles in Ruhe, zeigen euch, wie ihr das Pony führt, beantworten jede Frage und passen auf, dass sich alle wohlfühlen. Aber die wichtigste Aufgabe übernehmt ihr: Ihr schenkt eurem Kind Vertrauen. Und das kann niemand ersetzen.

Warum wir unsere Ponys nicht einfach verleihen

Manchmal werden wir gefragt: „Kann man sich nicht einfach ein Pony ausleihen und losgehen?“ Unsere Antwort lautet ganz bewusst: Nein. Nicht, weil wir unseren Gästen etwas nicht zutrauen, sondern weil uns die ersten Minuten zwischen Kind und Pony viel zu wichtig sind. Der erste Kontakt entscheidet oft darüber, ob ein Kind mit einem Lächeln vom Pony steigt und am nächsten Tag unbedingt wiederkommen möchte.

Deshalb begleiten wir euch: Wir kennen unsere Ponys, wir wissen, wann ein Kind Unterstützung braucht, und wir möchten, dass aus dem ersten Ponykontakt ein wunderschönes Erlebnis wird. Das schaffen wir gemeinsam – das Pony, ihr und wir.

„Hilfe! Mein Pony frisst!“

Jetzt kommt einer meiner Lieblingsmomente. Kaum sind wir losgelaufen, steckt die Ponynase im Gras, und fast immer höre ich: „Petra! Mein Pony frisst!“ Meine Antwort? „Ja. Das macht ein Pony.“

Kinder mit Reithelm am Zaun

Dann erkläre ich, was da gerade passiert: Ein Pony ist ein Herdentier und möchte am Anfang einfach wissen, welche Regeln heute gelten. Eigentlich ist das gar nicht so anders als bei Kindern. Ihr kennt das bestimmt: Ihr telefoniert gerade in Ruhe, da steht plötzlich ein kleiner Mensch neben euch und fragt: „Ich darf doch fernsehen gucken, oder?“ Sagt ihr einmal „Ja“, wird morgen ziemlich sicher wieder gefragt – nicht, weil euer Kind euch ärgern möchte, sondern weil es gelernt hat, dass diese Regel heute offenbar gilt.

Beim Pony ist das ganz ähnlich. Lassen wir es zu Beginn gemütlich grasen, denkt es: „Prima, dann scheint Fressen heute erlaubt zu sein“ – und wird dann während der ganzen Runde immer wieder nachfragen. Erklären wir dem Pony dagegen gleich am Anfang freundlich und eindeutig: „Heute wird gearbeitet, gefressen wird später“, dann akzeptieren unsere gut ausgebildeten Ponys das in der Regel sehr schnell.

Für viele Eltern ist genau das der erste Aha-Moment: Ein Pony braucht keine Härte, es braucht Klarheit.

Pony führen hat nichts mit Kraft zu tun – höchstens ein bisschen, wenn es gerade ein leckeres Grasbüschel entdeckt hat

Viele glauben, ein Pony zu führen bedeutet, kräftig am Strick zu ziehen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Ein gutes Pony folgt keinem Muskel, sondern einem Menschen, der ruhig, freundlich und eindeutig ist. Kinder erleben das übrigens genauso – sie brauchen keine lauten Ansagen, sondern Orientierung. Ponys auch. Und genau deshalb erklären wir euch vor jeder Runde ganz in Ruhe, worauf es ankommt.

Nach den ersten Metern sagen viele Eltern: „Ach, das ist ja gar nicht so schwer.“ Ist es wirklich nicht.

Ihr müsst kein Pferdeexperte sein. Für das Pony sind wir da. Für euer Kind seid ihr da. Und genau deshalb funktioniert unser Ponyclub so gut: weil jedes Kind seine wichtigste Vertrauensperson direkt an seiner Seite hat.

Petra Rolfs, Schäferei Rolfs

Unser Fazit

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieses Artikels: Ihr müsst vor dem ersten Ponyreiten keinen Pferderatgeber lesen, keine Fachbegriffe kennen und auch keine Angst haben, etwas falsch zu machen. Kommt einfach mit eurem Kind zu uns – den Rest machen wir gemeinsam. Und glaubt mir: Nach einer halben Stunde führen die meisten Eltern ihr erstes Pony mit einem Lächeln – und fragen sich hinterher, warum sie sich eigentlich so viele Gedanken gemacht haben.

Häufige Fragen

Muss ich selbst reiten können?

Nein, überhaupt nicht. Ihr begleitet euer Kind, wir begleiten euch.

Was ist, wenn ich selbst Respekt vor Pferden habe?

Das ist völlig normal. Genau deshalb sind wir die gesamte Zeit an eurer Seite und erklären alles Schritt für Schritt.

Was ist, wenn das Pony ständig frisst?

Keine Sorge – das gehört zu den häufigsten Fragen überhaupt. Wir zeigen euch, wie ihr dem Pony freundlich und klar vermittelt, welche Regeln in diesem Moment gelten.

Kann ich etwas falsch machen?

Nein. Ihr werdet von uns angeleitet und seid nie auf euch allein gestellt.

Wer hilft mir beim Ponyführen?

Ein erfahrener Reitlehrer begleitet die gesamte Zeit und unterstützt euch jederzeit.

Muss ich das Pony die ganze Zeit festhalten?

Ja, ihr führt euer Pony während der Runde. Keine Sorge – wir zeigen euch vorher ganz genau, wie das funktioniert.

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