Warum es den Lieblingspony-Shop überhaupt gibt

Eigentlich fing alles mit einem Satz an. Nicht mit einer Geschäftsidee, nicht mit einem Onlineshop, nicht mit der Überlegung, T-Shirts oder Hoodies zu verkaufen – sondern mit einem kleinen Satz, den wir nach den Sommerferien immer wieder hörten: „Mama, ich vermisse Katjes.“

Manchmal war es Katjes. Manchmal Knöpfchen. Manchmal Teddy oder Pokita. Aber fast nie sagte ein Kind einfach: „Ich vermisse die Ponys.“ Es war immer ein ganz bestimmtes Pony.

Und genau das hat uns irgendwann nachdenklich gemacht. Denn wenn wir ehrlich sind, verlieben sich Kinder bei uns gar nicht in den Reiterhof. Sie verlieben sich in ein Pony – in das Pony, das sie zum ersten Mal getragen hat, das zwischendurch unbedingt noch einen Grashalm fressen wollte, dessen Mähne so schön gekitzelt hat, oder das am Ende noch einmal ganz vorsichtig an der kleinen Hand geschnuppert hat.

Für uns sind das über vierzig Ponys. Für ein Kind ist es oft genau eines.

Nach dem Urlaub fahren die Familien wieder nach Hause. Die Koffer werden ausgepackt, die Muscheln vom Strand landen in einer kleinen Schale, der Sand fällt irgendwann aus den Schuhen, und der Alltag beginnt wieder.

Und trotzdem hören wir Wochen oder sogar Monate später noch denselben Satz: „Wann fahren wir wieder zu Katjes?“ Nicht nach Büsum, nicht an die Nordsee, nicht auf den Bauernhof – zu Katjes. Oder eben zu Knöpfchen, Teddy oder Pokita.

Spätestens da haben wir verstanden, dass wir etwas ganz Besonderes erleben dürfen: Ponys schaffen es innerhalb weniger Minuten, einen Platz im Herzen eines Kindes zu finden.

Ein kleines Mädchen streichelt liebevoll ihr Lieblingspony Jim

Natürlich hätten wir einfach irgendwelche Pferdebilder auf T-Shirts drucken können. Das machen viele. Aber genau das wollten wir nicht.

Unsere Ponys sind keine erfundenen Figuren. Sie leben hier, begrüßen jeden Morgen unsere kleinen Gäste, laufen mit ihnen durch die Reitbahn und begleiten sie auf ihren ersten Ponyrunden. Sie haben ihren ganz eigenen Charakter: Katjes ist eben nicht Teddy, und Knöpfchen ist nicht Pokita. Wer unsere Ponys kennt, weiß genau, was wir meinen.

Warum wir auf echte Kinderfotos verzichten

Genauso wichtig war uns aber noch etwas anderes. Immer wieder erleben wir diese wunderbaren Momente, wenn Kinder einem Pony um den Hals fallen oder mit leuchtenden Augen ihre erste Runde drehen. Natürlich könnten wir daraus wunderschöne Fotos machen. Aber genau das möchten wir nicht.

Urlaub soll Urlaub bleiben. Unsere Gäste sollen ihren Moment genießen dürfen, ohne ständig gefragt zu werden, ob wir noch schnell ein Bild machen dürfen.

Deshalb haben wir eine Entscheidung getroffen: Unsere Ponys sind echt, die Kinder auf unseren Bildern sind bewusst mit künstlicher Intelligenz gestaltet – nicht, weil wir echte Kinder ersetzen möchten, sondern weil wir die echten Erinnerungen unserer Gäste schützen möchten.

Die Gefühle, die ihr auf unseren Bildern seht, erleben wir jeden Tag auf unserem Hof – nur eben ohne Kamera. Und das ist uns ehrlich gesagt viel wichtiger.

Mit der Zeit entstand daraus eine Idee: Was wäre eigentlich, wenn jedes Pony seine eigene kleine Welt bekäme? Nicht einfach ein Produkt, sondern eine Geschichte, eine Persönlichkeit, eine Lieblingsfarbe, seinen eigenen kleinen Platz.

Beispiel für die persönliche Pony-Geschichte von Jim, einem unserer Ponys

So entstand unser Lieblingspony-Shop. Nicht als Souvenirshop, nicht als Merchandising, sondern als Möglichkeit, ein Stück dieser Erinnerung mit nach Hause zu nehmen: ein Shirt, ein Hoodie, eine Tasse, ein Button – oder einfach die Geschichte des Ponys, das das eigene Kind so ins Herz geschlossen hat.

Hoodie mit Motiv von Lieblingspony Hummel aus dem Lieblingspony-Shop

Bis heute beobachten wir etwas, das uns immer wieder berührt: Kinder kommen nach einem Jahr wieder auf den Hof, laufen an den Ponys vorbei, und plötzlich rufen sie: „Da ist Katjes!“ Oder: „Guck mal, Knöpfchen kennt mich noch!“

Ob das Pony das wirklich tut, darüber lässt sich vermutlich streiten. Dass das Kind sein Pony wiedererkennt, dagegen überhaupt nicht. Und genau darum geht es.

Der Lieblingspony-Shop verkauft keine Kleidung. Er verkauft auch keine Tassen. Er bewahrt Erinnerungen: an den ersten mutigen Schritt auf ein Pony, an das erste Streicheln über eine weiche Nüster, an das Lachen, als das Pony lieber Gras fressen wollte als weiterzulaufen – und an einen Urlaub, den viele Kinder nie vergessen.

Manche Kinder nehmen einen Stein vom Strand mit nach Hause, andere sammeln Muscheln. Bei uns nehmen viele Kinder ihr Lieblingspony mit – nicht wirklich, aber als Erinnerung an eine Freundschaft, die manchmal mit einer einzigen Ponyrunde beginnt.

Eine Begegnung, die alles erklärt

Vor einiger Zeit saß ich am Flughafen in Stuttgart im Wartebereich. Mir gegenüber ein junger Mann im Anzug, den Laptop auf den Knien. Immer wieder schaute er zu mir herüber und lächelte. Ehrlich gesagt dachte ich schon: „Was ist denn jetzt los?“

Als wir später gemeinsam zum Gate gingen, sprach er mich an. „Sie kennen mich nicht mehr“, sagte er, „aber Sie sind ein Stück meiner Kindheit.“ Dann kam die Frage, die mich bis heute nicht loslässt: „Gibt es mein Pony Krümel eigentlich noch?“

In diesem Moment musste ich lächeln. „Ja“, konnte ich ihm antworten, „den alten Krümel gibt es tatsächlich noch.“

Mich hat diese Begegnung unglaublich berührt. Da stand ein erwachsener Mann, beruflich unterwegs, mit Anzug und Laptop. Und das Erste, woran er dachte, als er mich nach all den Jahren wiedererkannte, war nicht unser Hof, nicht der Urlaub, nicht das Café. Er dachte an sein Pony.

Genau deshalb gibt es den Lieblingspony-Shop – nicht, weil wir Tassen oder Hoodies verkaufen möchten, sondern weil ich weiß, dass manche Ponys einen Menschen ein Leben lang begleiten. Und manchmal reicht schon eine einzige Ponyrunde, damit aus einem Pony ein Lieblingspony wird.

Petra Rolfs, Schäferei Rolfs

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