Von zahmen Fasanen und wilden Hühnern

von Petra Rolfs

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Sie kennen doch diese großen Vögel, die nachts in den hohen Bäumen um den Hof schlafen und deren Ruf klingt wie eine rostige Tür, die geöffnet wird? Es sind wilde Fasane. Diese Vögel leben nun auch in Wichtelhausen und glauben, sie wären Hühner. Wie es dazu kam, ist schnell erzählt: Mein Schwiegervater fand letztens eine verunglückte Fasanenhenne. Er suchte und fand dicht dabei das Nest mit Eiern. Die Eier waren noch nicht kalt, wurden deshalb schnell in die Tasche gesteckt und zuhause einem der gluckenden Hühner untergeschoben. Das ahnungslose Huhn brütete nun also Fasane aus.

Kurz nach dem Schlüpfen war der Unterschied zwischen Hühner- und Fasanenküken nur gering. Die Fasanenküken waren allerdings viel flinker und vorsichtiger. Doch das turbulente Leben in Wichtelhausen prägt jeden Bewohner. Die Coolness der Hühnermutter gegenüber den Kinder- und Erwachsenenaufmärschen vor dem Gehege färbte bald auf die kleinen Fasane ab und sie wurden sichtbar gelassener.

Nun steht demnächst der Umzug ins Hühnerhaus an. Da wird sich dann zeigen, wie die Geschichte weitergeht. Wir stellen uns vor, die kleinen Fasane würden immer größer und die Ausflüge mit der Hühnermutter zögen immer größere Bögen um den Hühnerstall. Und dann wildern wir sie irgendwann wie normal aufgewachsene Fasane einfach aus. Vielleicht ein bisschen zahmer als diese. Vielleicht sagen sie den Hühnern nochmal ‚Hallo!‘ und schnorren sich ein bisschen Hühnerfutter. Doch eigentlich sollten sie ‚wilde‘ Hofbewohner sein. So sollte es laufen.

Vielleicht kommt aber auch alles anders, so wie manches Mal alles ganz anders kommt in der Schäferei & Reiterei Rolfs. Die glücklich halbwilden, aber undankbaren Fasane könnten die Hühner mitnehmen, dann müssten wir in Zukunft nicht nur zu Ostern, sondern ganzjährig die Eier in ganz Büsumer Deichhausen suchen.

Oder abends säßen alle Fasane Deichhausens mit ihren neuen Hühnerkumpeln auf der Stange im Hühnerstall. Wäre ja viel kuscheliger und der Fuchs wäre keine Gefahr mehr. Dann müssten wir wieder mal anbauen. Dieses Mal am Hühnerstall.

Vielleicht fänden unsere Hühner auch Gefallen daran, dass die Fasane nachts in die Bäume fliegen und dort schlafen. Eventuell kämen unsere Hühner mit Anlauf und einiger Übung tatsächlich in den Baum, aber bestimmt nicht wieder runter. Hier wäre dann die Warwerorter Feuerwehr mit der mobilen Leiter zur Bergung der unternehmungslustigen Hofmitglieder gefragt. Vielleicht würden wir dann alle Ehrenmitglieder bei der Warwerorter Feuerwehr. Auch die Hühner.

Wie auch immer, wir sehen all dem gelassen entgegen, auf jeden Fall bleibt es spannend und das ist auch gut so.

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